Elisabeth Hüttenbrenner gestorben im November 1848 zu Jakob Lorber: Ich bin da und möchte meinen Töchtern Julerl und Minerl ein wenig gratulieren. Meine lieben Töchter wenn der Herr bei euch ist, da bin auch ich bei euch. Denn ich bin nun stets beim Herrn, und mein Glück ist unendlich, meine Seligkeit unaussprechlich !
Meine Julerl ! Bereichere nur stets mehr und mehr dein Herz mit der Liebe zum wahren himmlischen Vater, so wirst du ebenso glücklich und selig werden und vielleicht schon auf Erden sein , wie ich nun im Himmel. Denn der Herr hat dich sehr lieb - wie du heute auch das unaussprechliche Glück hattest, vom Herrn Selbst die gleiche Versicherung zu bekommen. Aber tue auch alles, was dir der heilige liebevollste Vater schon gar so oft angeraten ! Da kannst du noch sehr leicht eine wahre Braut Seines innersten Herzengrundes werden. Und das ist der Seligkeiten höchste, die nur sehr wenigen zuteil wird.
Aber auch du Minerl, befleißige dich dieser heiligen Liebe ! Denn der heiligste Vater hat auch dich sehr lieb, wie alle die anderen und auch meinen Anselm. Aber denket nicht so sehr in gewissen Zeiten und Stunden an die weltlichen Dinge, wie z.B. ans leidige Heiraten, an das nach mir von Seiten der Großeltern an euch fallende Erbe und so noch manche anderen unnötigen Dinge; sondern allein der heiligste Vater sei der einzige, eure Herzen allertiefst beschäftigende Gegenstand - so werdet ihr zur rechten Zeit von Ihm schon alles bekommen, was euch nottut und euren Seelen gut und nützlich ist.
Denket öfter an mich, eure irdische Mutter, die ich auch öfter allerlei Wünsche hatte und mich freute, mit euch irgendwo auf dem Land meine letzten Tage zu beschließen. Allein was ist aus all diesen Wünschen geworden ?!
Ich sage euch: Der Erde Boden ist nichts als ein großes Leichenhaus, ein echter Friedhof. Und so kann wohl niemand im Hause der Toten ein Glück erhoffen.
Aber ich, die ich den Herrn Vater Jesus über alles liebte, bin allerlebendigst vom Herrn Vater in seinem Himmel aufgenommen worden, wo es gar so unbeschreiblich sön ist, wo sich alle Menschen so inniglichst lieben, daß es auf der Welt nicht einmal einen Gedanken gibt, der solche Schönheit und Liebe nur annähernd beschreiben könnte !
Anstatt auf der Erde irgendwo eine Bäuerin zu sein, bin ich nun im Himmel, begabt mit der höchsten Freiheit ! - Was dünkt euch ist wohl besser ? - Ja der Himmel der Himmel das ist der wahre Aufenthalt für alle, die Gott lieben ! Das ist alles Wirklichkeit und Wahrheit - während die ganze Erde nur eine Erscheinlichkeit ist, die nur zu bald vergeht. Daher trachtet denn auch vor allem nach dem Reiche Gottes, so wird euch alles andere werden.
Dies nun von mir, eurer Mutter, an euch gerichtete Wörtlein beachtet wohl, so werdet ihr ewig glücklich sein ! - Des Herrn Vaters Segen, liebe und Gnade sei mit euch allen in des Herrn Vaters Namen ! Amen