Das Urteil
Die Meinung, dass Straftäter für ihr Vergehen, hart bestraft werden sollen, scheint heutzutage unter den Menschen sehr verbreitet zu sein. Man ist der Ansicht, dass es wichtig sei, sie hart zu bestrafen, damit andere Menschen, welche in einer ähnlichen Situation sind, abgeschreckt werden.
Wichtiger als eine Abschreckung ist aber, die Ursache zu finden, warum eine Tat begangen wurde. Straftaten lassen sich nicht abschrecken, denn in schwierigen Momenten denkt niemand an die zu erwartenden Folgen für sich selbst.
Ein hartes Urteil erzeugt Rachegedanken. Wenn ein Täter sich ungerecht hart bestraft fühlt, wird er sich nach der Entlassung zu revanchieren versuchen. Die Folge ist dann eine neue, wahrscheinlich noch größere Straftat. Wem ist mit einem zu harten Urteil dann gedient ? Weder dem nächsten Opfer noch ihm selbst.
In der Offenbarung durch Jakob Lorber (1800-1864) sagt Jesus, dass man einen Täter nur mit einem milden Urteil bessern kann. Wenn dieser einsieht, dass er sich eigentlich ein härteres Urteil verdient hätte und man ihm auf halben Weg entgegengekommen ist, wird er über seine Tat nachzudenken anfangen. Er wird dann sicher nicht an Rache denken.
Jesus sagte, dass jedes Urteil, das ohne Liebe gefällt wird, ein schlechtes Urteil ist. Ein solcher Richter ist zehnmal schlechter als der Straftäter selbst und er wird einst im Jenseits die Härte zu spüren bekommen.
Man muß auch in Betracht ziehen, dass zur Zeit viele Gräueltaten an Frauen und Kindern sowie an Kindes – und Organhandel aufgedeckt werden. Solche Taten sind natürlich unverzeihlich. Aber auch hier muß man die Gründe hinterfragen. Aus eigenem Antrieb wird ein psychisch gesunder Mensch solche Verbrechen kaum begehen. In diesem Fall ist, mit hoher Wahrscheinlichkeit, mit einer satanischen Besetzung zu rechnen. Wird ein Mensch von einem solchen Wesen besetzt und mißbraucht, zieht sich die Seele des Besetzten in das Herz zurück. Sie weiß dann auch nicht, was die Besetzerseele mit dem Körper anstellt. Sie nimmt daher durch die begangene Gräueltat selbst keinen Schaden. Der Straftäter weiß im Nachhinein nicht, was er angestellt hat.
Menschen, die weder den Täter noch seine Beweggründe zu dessen Tat kennen und ihn pauschal verurteilen, machen sich damit auch schuldig. Nicht an der Tat, aber vor Gott.
Mit dem Urteilen sollte man immer sehr vorsichtig sein, denn alles, was wir als Gedanken aussenden kommt früher oder später zu uns zurück. Wer somit Härte aussendet, wird Härte ernten.
Ein zu hartes Urteil macht die Tat nicht ungeschehen.